Paul Magnier gewinnt die ADAC Cyclassics 2026
16 August 2026 - 19:41
Paul Magnier (Soudal Quick-Step) hat die ADAC Cyclassics 2026 gewonnen. Nach fünf Waseberg-Passagen und gut 205 Kilometern setzte sich der Franzose auf der Mönckebergstraße im Sprint durch. Ein Jahr nach seinem dritten Platz in Hamburg stand Magnier diesmal ganz oben auf dem Podium. Mike Teunissen (XDS Astana) aus den Niederlanden und der Neuseeländer Laurence Pithie (Red Bull – BORA – hansgrohe) komplettierten das Podium. Das Rennen wurde zuvor lange von einer sechsköpfigen Ausreißergruppe geprägt, mit zwei deutschen Fahrern mittendrin. Niklas Behrens und Jonas Rutsch setzten sich gemeinsam mit Benjamin Thomas, Filip Maciejuk, Dries De Pooter und Loe van Belle vom Feld ab und bestimmten über weite Teile des Tages das Bild an der Spitze.
Dahinter hielten die Teams der Favoriten den Abstand unter Kontrolle. Von Buxtehude führte die Strecke zunächst durch die Metropolregion, bevor im Hamburger Westen das Finale begann. Spätestens mit den fünf Waseberg-Passagen wurde aus der kontrollierten Verfolgung ein Ausscheidungsrennen.
Behrens und Rutsch lange an der Spitze
Für die deutschen Fans gab es dabei über viele Kilometer zwei Fahrer ganz vorne zu sehen. Niklas Behrens (Visma–Lease a Bike) und Jonas Rutsch (Lotto-Intermaché) hielten sich mit ihren vier Begleitern lange vor dem Hauptfeld und sorgten dafür, dass die Sprinterteams arbeiten mussten.
Je näher das Rennen dem Waseberg kam, desto höher wurde das Tempo. Die Teams brachten ihre Kapitäne nach vorne, während die lange Flucht zunehmend unter Druck geriet.
Del Toro macht den Waseberg richtig schnell
Wie erwartet wurde der Waseberg zum Taktgeber des Finales. Rund 700 Meter lang, im Schnitt knapp zehn Prozent steil und mit Rampen von bis zu 16 Prozent – und in diesem Jahr gleich fünfmal zu fahren. Nicht die Länge macht den Hamburger Anstieg so unangenehm, sondern die Wiederholungen nach bereits vielen Kilometern in den Beinen.
Bei der letzten Überfahrt, rund 15 Kilometer vor dem Ziel, war die Flucht um Behrens und Rutsch schließlich gestellt. Isaac del Toro drückte anschließend aufs Tempo und riss das Feld auseinander. Zu den prominentesten Opfern gehörten ausgerechnet zwei der großen Sprintfavoriten: Jonathan Milan (Lidl-Trek) und der Cyclassics-Sieger von 2024, Olav Kooij (Decathlon CMA CGM), verloren den Anschluss an die entscheidende Gruppe.
Magnier dagegen überstand die Selektion und hatte damit genau die Ausgangslage, die er für das Finale brauchte.
Magnier nutzt seine Chance auf der Mönckebergstraße
Nach der letzten Waseberg-Passage blieben noch rund 15 Kilometer bis in die Hamburger Innenstadt. Trotz weiterer Versuche, das Rennen auf dem Weg zurück ins Zentrum aufzubrechen, kam eine größere Gruppe gemeinsam auf die letzten Kilometer.
Damit war die Bühne für Magnier bereitet.
Auf der Mönckebergstraße setzte sich der 22-Jährige im Sprint durch und ließ Mike Teunissen und Laurence Pithie hinter sich. Für Magnier schließt sich damit auch eine kleine Hamburger Rechnung: 2025 war er an gleicher Stelle bereits Dritter geworden, damals hinter Überraschungssieger Rory Townsend und Arnaud De Lie.
Ein Jahr später stand Magnier ganz oben.